TV: Punkte sammeln, überraschen lassen

Volksfreund-Mitarbeiter Lutz Schinköth zieht ein Fazit zur Hinserie der SG I.  Florian Reger hat die SG Südeifel Ernzen in die Spitzengruppe der B-II-Liga geführt – und verspürt keinerlei Druck. Im oberen Drittel mitspielen wollten die Vereinigten aus Ernzen und Ferschweiler schon: Dass man aktuell Dritter ist und nur vier Punkte Rückstand auf Tabellenführer SG Preist hat, überrascht dann aber schon.  „Unser Anspruch, sich im oberen Drittel der Tabelle zu bewegen, ist bestätigt worden. Persönliches Ziel war, dass wir einen Zwei-Punkte-Schnitt einfahren. Den haben wir aktuell nicht ganz erreicht (die SG hat 29 Punkte aus 15 Spielen, d. Red.) , dennoch bin ich recht zufrieden.“ Das Zwischenfazit von Florian Reger, der kurz vor der Saison das Ruder vom in die A-Liga Trier/Saarburg zur SG Welschbillig/Kordel abgewanderten Klaus Grüber übernahm, fällt zufriedenstellend aus.  Die Erfolgsformel:  Als Gründe für den bisherigen Erfolg nennt Reger Moral, kämpferische Einstellung und Trainingsfleiß. „Bei den Trainingseinheiten sehe ich regelmäßig zwischen 15 bis 20 Leute – der Zusammenhalt ist schon sehr groß. Zudem bin ich froh, mit Marius Diederich einen topmotivierten Kapitän und Führungsspieler zu haben. Er geht die weiten Wege, krempelt die Ärmel hoch und überzeugt auch noch spielerisch.“ Comeback-Qualitäten verhalfen dem in der jüngeren Vergangenheit nie über Mittelfeldplätze hinauskommenden Team zu großer Stabilität. So drehten die Südeifel-Kicker jeweils in Unterzahl Rückstände gegen die SG Karlshausen und auch gegen die SG Nimstal (jeweils 2:1). Systemumstellung:  Die Weiterentwicklung sei unverkennbar, sagt der Trainer. Zudem lobt der 30-Jährige die Anpassungsfähigkeit des Teams. „Wir spielten anfangs die Dreierkette, haben gemerkt, dass wir da nicht so sicher agierten und haben dann noch mal umgestellt auf Viererkette.“ Die gebe mehr Sicherheit sowohl im Spiel nach vorn als auch gegen den Ball. Welche Chancen sieht Reger im Titelkampf für seine Mannschaft? Der Dreikampf werde weitergehen, Neidenbach ist nach Aussage von Reger das etwas bessere und stabilere Team als Preist, doch davon eigene Titelambitionen abzuleiten, wäre in den Augen des Körperichers fatal: „Wir müssen ganz oben kein Wörtchen mitreden. Irgendwelche Titeläußerungen wird man von mir nicht hören. Wir denken von Spiel zu Spiel und wollen so viele Punkte wie möglich sammeln und uns dann überraschen lassen, was möglich ist.“ Dass es bereits Mitte November in die Winterpause gegangen ist, sieht Reger nicht so dramatisch. „Ich sehe das zwiespältig. Zum einen hätte ich gerne weitergespielt aufgrund der jüngsten vier Siege in Folge, die einen gewaltigen Aufschwung gebracht haben. Auf der anderen Seite haben wir aber auch gemerkt, dass es während der Woche im Training gewisse Ermüdungserscheinungen gab. Da fehlte bei einigen schon die Power.“ Personalpläne:  Um im Kampf mit den beiden führenden Teams mitzuhalten, bedarf es Reger nach einer starken Kollektivleistung direkt in den ersten Spielen nach der Winterpause. Nachjustieren wird man in der Südeifel eher nicht. Reger: „Bisher gab es von Trainerseite aus noch keine Gespräche mit potenziellen Neuzugängen. Ob die Vorstände dort was planen, entzieht sich meiner Kenntnis. Fakt ist, dass wir einen 16-Mann-Kader haben, der zu keinen großen Sprüngen berechtigt, zumal Jannik Iskes Rückkehr nach der Pause fraglich ist, da er einen Teilabriss am Kreuzband auskurieren muss. Ich selbst werde aller Voraussicht nach wieder spielen können, habe den Muskelfaserriss weitgehend auskuriert.“ Spielstärke weiter verbessern:  Reger definiert seine Mannschaft über das Spielerische. „Wir wollen über ein sehr gut stehendes Mittelfeld den Spielaufbau dirigieren. Ich bin kein Freund davon, dauerhaft lange Bälle spielen zu lassen.“ Da jeder jeden schlagen kann und häufig die Tagesform entscheidet, sieht Reger die B-II-Liga nicht mehr als so spielstark an wie in den letzten Jahren. „Bei uns in der Klasse geht viel über den Kampf. Wir spielen häufig gegen tiefstehende Gegner.“ Trierischer Volksfreund/Fupa Rheinland, Foto: H. Krämer

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